Niederalben 
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Erlebe die Pfalz

 

IN ZEITEN DES KRIEGES


Am 19. März 1945 erreichte die US-Armee im Rahmen der Operation Undertone den Glan. Kurz darauf wurde Kaiserslautern eingenommen und bis Ende des Monats standen die amerikanischen Truppen bei Ludwigshafen und Worms am Rhein. Damit war der Krieg für die Pfalz zu Ende.

Niederalben wurde von Kampfhandlungen verschont, aber zum erstenmal seit Napoleons Zeiten waren wieder fremde Truppen durch die Pfalz gezogen.

Operation Undertone



Der Krieg war vorbei, aber die Truppen blieben im Land. Die Pfalz wurde das Zentrum einer sehr großflächigen militärischen Infrastruktur vom letzten Winkel im Pfälzerwald über Kaiserslautern und Ramstein bis nach Baumholder. Viele Bürger fanden ein Einkommen als Zivilarbeiter für diesen Militärapparat, der auch den an Niederalben angrenzenden Truppenübungsplatz, mit einschloß.


Wie in allen Gemeinden wurde auch in Niederalben an die Gefallenen des Krieges mit einem Mahnmal erinnert, welches auch die Toten des 1. Weltkrieges einschließt. Man sollte sich die Zeit nehmen, das Mahnmal in Ruhe zu studieren, um zu verstehen wie enorm die Opfer für die kleine Gemeinde waren.  

47 Namen der Gefallenen der Hitler-Diktatur sind rechts und links neben den Opfern des 1. Weltkriegs eingraviert. Genaue Angaben über Bevölkerungsstruktur dieser Jahre liegen uns nicht vor, die Auswirkungen kann man sich aber gut vorstellen:  Ungefähr 500 Bürger hatte das Dorf Ende der Dreissiger Jahre und bestimmt noch einen großen Frauenüberschuß, resultierend aus dem vorigen Krieg. Man muss annehmen, daß ein Drittel bis zur Hälfte der kampffähigen männlichen Bevölkerung, dieser Generation, ihr Leben hingeben mussten.





Den Opfern des 1. Weltkrieges wurde noch genügend Platz eingeräumt, ihre Lebensdaten und den Ort des Todes einzumeisseln. Für die vielen Gefallenen des darauffolgenden Krieges reichte es nur für die Jahreszahlen.

Das Alter der toten Soldaten gibt uns aber schon einen weiteren Eindruck über das allumfassende dieses Krieges. Jeder der kämpfen konnte wurde eingezogen und viele verloren ihr Leben. Hier nur 2 Namen aus der langen steinernen Liste, deren Alter das Ausmaß der Mobilisierung zeigt:

Ottomar Schuck - 16 Jahre

Ernst Werner - 43 Jahre

Mit den neuen Generationen verschwinden die Gesichter hinter den Namen der Gefallenen oder der Zurück-gekehrten. Die kleine Galerie hier soll uns einen Blick auf die Männer des Dorfes bewahren, die in jenen Jahren in den Krieg zogen. 

An alle Gemeindemitglieder: 

Lassen Sie uns diese Galerie ergänzen. Schicken Sie mir bitte weitere Fotos, die wir hier aufnehmen können.




1939 fing dieser 2. Weltkrieg an doch viele Mitbürger konnten sich bestimmt noch an den Kampf erinnern, der kaum mehr als 20 Jahre zurücklag. Gemäß dem Denkmal, hatte die Gemeinde 18 Opfer in diesem Waffengang, dem 1. Weltkrieg, zu beklagen. 

Das Dorf war preußisch seinerzeit, grenzte aber direkt an die bayrische Pfalz an. Schaut man sich das Foto links an möchte man annehmen, daß der preussische Militarismus nicht so stark ausgeprägt war wie in den östlichen Provinzen des Kaiserreichs. In den Augen der Familie aus dem Eck ist keine Begeisterung zu erkennen am Tage der Rekrutierung des Vaters, eher nur die Angst vor dem Bevorstehenden. 



Die Soldaten und Gefallenen der Gemeinde sind auf dieser Ehrentafel gewürdigt.

Auf der Seite Erzweiler werden weitere Mahnmale des ersten Weltkriegs, aus den verschwundenen Dörfern des Truppenübungsplatzes vorgestellt.





An anderer Stelle finden wir eine Erinnerung an einen Krieg, der weiter zurückliegt. Nach der Renovierung der Kirche fand eine Tafel mit den Namen der Gefallenen des 1870-1871 Krieges eine sehr angemessene Aufbewahrungsstelle.

Es wäre lohnenswert, mehr über jene Zeit zu erfahren. Selbst wenn dieser Krieg für Deutschland siegreich war, legte er doch den Grundstein für die schrecklichen Ereignisse, die wir oben beschrieben haben.